Christian Pfister und Roman Studer
Historisches Institut der Universität Bern

BIP-p.K.-Index

Definition

Dieser Index entspricht der Gesamtproduktion pro Person und wird deshalb oft auch als Indikator der durchschnittlichen Produktivität oder des durchschnittlichen Einkommens interpretiert.

Konstruktion

Für die BIP-Zahlen ab 1980 werden die offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik verwendet. Dasselbe gilt für alle Bevölkerungszahlen. Für die Zeit vor den offiziellen BIP-Zahlen wird die Schätzung von Andrist, Anderson und Williams (2000) verwendet.

Probleme

Beim BIP-Index und dem daraus abgeleiteten BIP pro Kopf-Index wiederum muss darauf hingewiesen werden, dass die Schweiz erst seit 1983 über eine vollständige volkswirtschaftliche Gesamtrechnung verfügt. Alle weiter zurückreichenden Zahlen basieren auf Schätzungen des historischen Bruttoinlandprodukts, welche je weiter sie zurückreichen desto problematischer werden. Insbesondere die Zahlen für das 19. Jahrhundert sind daher mit einer guten Portion Vorsicht zu geniessen (zur ausführlicheren Diskussion der methodischen und datenspezifischen Probleme der einzelnen Indikatoren vgl. Studer und Schuppli 2008.

Verlauf

Der BIP-p-K-Index vervierfacht sich zwischen 1851 und 1914 (vgl. Grafik). Da sich die Nominallöhne in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum verändern, lässt sich die Hochrechnung von Geldsummen aus diesem Zeitraum mit dem BIP-p-K-Index vertreten. In diesem Falle ist als Ausgangsjahr 1851 einzusetzen.

Zwischen 1914 und 2008 steigt der BIP-pro-Kopf-Index um einen Faktor 60, wobei sich der Anstieg nach 1997 stark beschleunigt (Beispiel).


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